Elisabeth Naurath
Mein Name ist Elisabeth Naurath und ich wurde 1965 im Allgäu, in Kaufbeuren, geboren. Nach meinem Studium in evangelischer Theologie wurde ich als Pfarrerin ins Ehrenamt ordiniert und begann meine universitäre Tätigkeit 2008 als Professorin für Praktische Theologie/ Religionspädagogik Universität Osnabrück. Seit 2013 arbeite ich als Professorin für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts am Institut für Evangelische Theologie der Universität Augsburg. Seit meiner Habilitationsschrift ‚Mit Gefühl gegen Gewalt. Mitgefühl als Schlüssel ethischer Bildung‘ steht die Friedenspädagogik im Zentrum meiner Arbeit. So baute ich an der Universität Augsburg das Friedenspädagogische Zentrum für interreligiöse Bildung mit einer Lernwerkstatt auf und entwickelte den Schwerpunkt interreligiösen Lernens in Forschung, Lehre und Wissenstransfer.
Für die Stadtgesellschaft der Friedensstadt Augsburg engagiere ich mich seit 2013 als Mitglied am Runden Tisch der Religionen und im Netzwerk ‚Augsburger Friedensgespräche‘. Seit 2017 bin ich Sprecherin der Religions-for-Peace-Gruppe Augsburg-Schwaben, einer interreligiösen Frauengruppe, die ich gemeinsam mit Pfr.in Alexandra Caspari der Altkatholischen Gemeinde gründete. Seitdem engagiere ich mich für Religions-for-Peace auf nationaler und internationaler Ebene als Mitglied im Board von RfP Europa.
Als neu gewählte Vorsitzende von Religions for Peace Deutschland liegt mir sehr daran, das Friedenspotenzial der Religionen und des interreligiösen Dialogs für unsere Gesellschaft deutlicher sichtbar zu machen. Mich leitet hierbei das Motto der RfP-Weltkonferenz in Lindau von 2019 ‚Caring for our Common Future‘. Ich denke, dass alle Religionen – und das verstehe ich auch geschlechter- und generationenübergreifend – nur im gemeinsamen Dialog und im Miteinander vorankommen werden, sich für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen (Saving Mother Earth) und für eine gerechtere Gesellschaft einzusetzen.
Peter Bender
Mein Name ist Peter Bender, geboren 1968 in Basel (Schweiz), ich bin Politikwissenschaftler und katholischer Theologe. Nach dem Studium der Politikwissenschaft, Theologie und Volkswirtschaft in Freiburg mit Auslandsaufenthalten in USA und Lateinamerika arbeitete ich im Europäischen Parlament in Brüssel, als Hochschuldozent zu den Beziehungen zwischen Europa und der islamischen Welt und als religionspolitischer Referent beim SPD-Parteivorstand in Berlin. Für das ifa/Institut für Außenbeziehungen habe ich die Studie „Religionen als Partner für Frieden in der Welt –Potenziale für die Außenpolitik“ verfasst und war für den European Council of Religious Leaders (ECRL) Ko-Manager für das IRC-Development-Projekt zur Stärkung interreligiöser Räte und des interreligiösen Dialogs in Europa.
Seit fast 10 Jahren bin ich Mitglied bei Religions for Peace (RfP) und aktiv in der RfP-Ortsgruppe Kassel. Besondere Interessen und geplante Schwerpunkte meiner RfP-Arbeit sind die Umsetzung der Impulse von Lindau durch eine Vernetzung der interreligiösen Akteure in Deutschland, die Zusammenarbeit mit dem Bundeskongress der lokalen interreligiösen Räte in Deutschland, die Beziehungen zu RfP International sowie das Themenfeld Außenpolitik und Religionsdialog.
Michael A. Schmiedel
Geboren wurde und aufgewachsen bin ich im mittelrheinischen Koblenz und Lahnstein, machte mein Abitur 1984, um dann erstmal drei Jahre bei der Bundeswehr etwas zu üben, was ich zum Glück nie wirklich ausüben musste: die Landesverteidigung. Danach versuchte ich mich fünf Jahre lang in Forstwirtschaft und nahm nicht wahr, dass das bei aller Naturliebe doch nicht mein Beruf war. Aber dann 1993 begann ich mein Studium der Religionswissenschaft, die mich nach Magister und Doktor zu einer halben Mittelbaustelle an der Universität Bielefeld führte. Dieses Hauptamt verbunden mit einigen Ehrenämtern und freiberuflichen Tätigkeiten im wissenschaftlichen, journalistischen, interreligiösen und interkulturellen Feld erfüllt mich seit dem und macht mich neben meiner lieben Frau Petra glücklich.
Mir macht es Freude, Religionen auf ihre offiziellen Botschaften und geheimen Rätsel zu untersuchen, mich mit Menschen über den Sinn und Unsinn des Lebens auszutauschen, Menschen unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Überzeugungen zusammen zu bringen und ihren Austausch zu fördern.
Das Amt eines Öffentlichkeitsbeauftragten von RfP Deutschland ist eine weitere Facette dieser meiner Berufung. Aus spirituellen Quellen schöpfend den inneren und äußeren Frieden zu realisieren, dabei voneinander zu lernen, miteinander zu arbeiten und füreinander da zu sein ist eine große Aufgabe, so wie Leben und Tod eine ernste Sache sind. Darum seien wir stets wach, niemals achtlos, niemals nachlässig, aber auch voller Vertrauen, dass manches, aber nicht alles von unserer Leistung abhängt.
Selcen Güzel
Mein Name ist Selcen Güzel, geboren in Sindelfingen in Baden-Württemberg. Für mein Studium zog es mich nach Bayern. Dieser Schritt prägt meinen beruflichen und wissenschaftlichen Weg bis heute.
Ich habe Erziehungswissenschaften, Psychologie, Amerikanische Literaturgeschichte sowie islamische Religionspädagogik studiert und mein interdisziplinäres Studium durch internationale Studienaufenthalte in der Türkei und in England ergänzt. Viele Jahre war ich als Lehrkraft für islamischen Unterricht an bayerischen Schulen tätig. In dieser Zeit hat mich besonders die Frage beschäftigt, wie muslimische Kinder und Jugendliche ihre Lebenswelt erleben und wie sie im schulischen Kontext begleitet werden können. Dieses Anliegen führte mich an die Universität Augsburg, wo ich im Rahmen einer empirischen Studie zu den „Potenzialen des Islam-Unterrichts“ promoviert habe. Seit 2016 lehre und forsche ich dort an der Forschungsstelle für interreligiöse Bildung.
Hauptberuflich arbeite ich seit 2019 als Senior-Bildungsreferentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin für interreligiösen Dialog bei der Eugen-Biser-Stiftung in München. In einem multireligiösen Team entwickeln wir Bildungsangebote und Materialien für Schulen und pädagogische Fachkräfte. Dabei geht es mir besonders darum, einen reflektierten und dialogorientierten Umgang mit religiöser Vielfalt zu stärken. Mein Schwerpunkt liegt im interreligiösen Dialog mit Fokus auf den Islam. Zuletzt war ich an der englischsprachigen Ausgabe des internationalen Buchprojekts „Dictionary of Encounter. Basic Terms in Christianity and Islam“ beteiligt.
Auch ehrenamtlich engagiere ich mich für Begegnung und Austausch, unter anderem als internationale Beirätin der Stadt Neu-Ulm. Der interreligiöse Dialog ist für mich nicht nur ein berufliches Feld, sondern auch eine persönliche Haltung. Vor diesem Hintergrund setze ich mich als neu gewähltes Mitglied des Vorstands von Religions for Peace Deutschland für den interreligiösen Austausch sowie für ein dialogfähiges, religionssensibles und vor allem wertschätzendes Miteinander ein – mit Blick auf eine gemeinsame Zukunft und Verantwortung.



